Bezirksfeuerwehrverband
   
 
Oberpfalz
 
     
 

 

Fachbereich 5 " Einsatz - Katastrophenschutz - Zivilschutz"

 

Oberpfälzer Feuerwehren übten im Landkreis Miltenberg den Einsatz von Hilfeleistungskontingenten

Nach verschiedenen Großschadenslagen und Naturkatastrophen (Hochwasser, Schnee, Stürme) wurde 2007 in Bayern ein Konzept zur länder- und staatsübergreifender Katastrophenhilfe, sowie zur überregionalen Katastrophenhilfe innerhalb Bayerns eingeführt. Der Fachbereich 5 (Katastrophenschutz) des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberpfalz, unter Leitung von Kreisbrandmeister Hans Glötzl, hat in den letzten Jahren immer wieder Ausbildungsvorgaben und Übungen für die Feuerwehren des Regierungsbezirkes vorbereitet und ausgearbeitet. So wurden in den letzten Jahren innerhalb der Oberpfalz folgenden Übungen durchgeführt:

  • ABC Ausstattung (Messungen – Dekontamination) an der Staatl. Feuerwehrschule Regensburg
  • ABC Übung auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels mit der US Army
  • Im Übungsdorf des Übungsplatzes Hohenfels wurden verschiedene Schadensszenarien geprobt
  • Übung Hand in Hand – Abarbeiten von vorgegebenen Schadenslagen für die einzelnen Örtlichen Einsatzleiter und die Unterstützungsgruppe-ÖEL der Oberpfalz
  • Waldbrandbekämpfungsübung am Osser mit rund 2.000 Einsatzkräften
  • Großschadenslagen Tankbrand, Anschlag auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr (ebenfalls rund 2.000 Einsatzkräfte)

So hatte der Fachbereich für dieses Jahr eine Übung der Vorkommandos der Hilfeleistungskontingente der Städte und Landkreise aus der Oberpfalz vorbereitet. Die Vorkommandos rücken vom jeweiligen Standort aus in Richtung Unterfranken in den Landkreis Miltenberg. Schon auf der Strecke mussten die anrückenden Vorkommandos Kontakt mit der Übungsleitung und dem Örtlichen Einsatzleiter des Landkreises Miltenberg aufnehmen. Von dort wurden den Einheiten Erkundungsaufträge zugewiesen. Sie mussten Möglichkeiten in Erfahrung bringen, wie sie ihre nachfolgenden Kontingente einsetzen können. In den Planungen ist vorgesehen, dass neben dem Grundkontingent ca. 120 Hilfskräfte verschiedene Landkreise und Städte auch ein Spezialkontingent mitbringen.

So musste das Vorkommando des Landkreises und der Stadt Amberg, die Erkundungsmaßnahmen für das ausgefallene Wasservorsorgungsnetz in Stadtprozelten durchführen, die Heranführung von Brauchwasser über lange Wegstrecken planen und die Verteilung von Mineralwasser für die ca. 10.000 Einwohner organisieren.

Eine ähnliche Aufgabe hatten die Kräfte des Landkreises Tirschenreuth in der Ortschaft Eschenbühl.

Die Einheit aus dem Landkreis Neumarkt musste den Aufbau von Ölentsorgungsanlagen in Kleinheubach (Öl nach Hochwasser in den Kellern) und in Amorbach ausgelaufenes Schweröl im dortigen Billbach erkunden. Hierzu mussten sie das Abpumpen, den Abtransport und die Separierung des Öls berechnen und den Einsatz der notwendigen Gerätschaften planen.

Die Kräfte aus dem Landkreis Cham mussten sich mit verschiedenen Hochwasserlagen in Kleinheubach und in Miltenberg auseinandersetzen. Hierzu mussten Sandsackfüllplätze erkundet und der Transport von Sand, aber auch Transportfahrzeuge geplant werden. Im Schwarzviertel einem Stadtteil von Miltenberg musste nach der Erkundung, eine Prioritätenliste, sowie die Anzahl der notwendigen Pumpen und des erforderlichen Materials errechnet werden. In Kleinheubach musste eine Fährstelle mit einer Leistungsfähigkeit von ca. 50 Personen pro Stunde erkundet und der Rettungs- und Sicherungsdienst organisiert werden, ebenso mussten auch hier Sandsackfüllplätze und Pumpkapazitäten errechnet werden.

Die Einheiten aus der Stadt Weiden mussten sich mit Sturmschäden in Eschau, Wildensee und Altenbuch befassen. Hier waren auch Prioritäten festzulegen und Verkehrswege der abgeschnittenen Orte freizumachen. Es mussten Versorgungspunkte für Kettensägen ebenso, wie der Einsatz von Privatfirmen geplant werden.

Die Kräfte aus dem Landkreis Regensburg erwartete eine ABC-Lage; sie mussten in Niedernberg eine Dekonstelle A für ca. 15.000 Personen, Rückkehrer aus dem Bereich Frankfurt vorbereiten. Hierfür war der notwendige Bedarf an Einsatzkräften, Material und Messgeräten zu ermitteln, zusammen mit der Polizei und der Gemeinde Niedernberg musste die Strom- und Wasserversorgung und die Verkehrslenkung, sowie die Versorgung und der Transport der betroffenen Personen organisiert werden.

Im Ernstfall würden die Hilfeleistungskontingente dieser Städte und Landkreise nachrücken und sofort die von den einzelnen Vorkommandos festgestellte Lage umsetzen. Aufgabe der Vorkommandos ist es auch, für diese nachrückenden Einheiten einen Bereitstellungsplatz, die Unterkunft und die Logistik zu erkunden, sowie für den Aufbau einer Informations- und Kommunikationsstruktur im Einsatzraum zu sorgen und Kontakt zu den örtlichen Kräften herzustellen und zu halten. Bei dieser Übung wurden auch die entwickelten Vordrucke und das von Kommandant Martin Ühlin entwickelte Bereitstellungsprogramm Oberpfalz erfolgreich getestet.

Voll eingebunden waren die Kräfte aus dem Landkreis Miltenberg, das Landratsamt Miltenberg und die „betroffenen“ Feuerwehren mit Kreisbrandrat Meinrad Lebold und seinen Führungskräften. Sie teilen den Oberpfälzer Einheiten die Erkundungsaufgaben zu und koordinieren zusammen mit der Übungsleitung, dem Fachbereichsleiter KBM Johann Glötzl mit seinen Helfern und dem Oberpfälzer Bezirksvorsitzenden und Regensburger Kreisbrandrat Waldemar Knott diese Übung.

Bei der Abschlußbesprechung in Miltenberg wurden die Erkundungsergebnisse durch die Vorkommandoführer vorgetragen, sie merkten alle die positiven Erfahrungen dieser Übung an. Auch der örtlich zuständige Kreisbrandrat Lebold unterstrich, wie sein Oberpfälzer Kollege, KBR Knott die Notwendigkeit solcher Übungen. Dabei wurden wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen, die es einheitlich umzusetzen gilt. Ein vor wenigen Tagen veröffentlichter Bericht enthüllt das weltweite Risiko von Naturkatastrophen, hierfür müssen wir gerüstet sein, meine KBR Knott in seinen Ausführungen, er dankte besondern den Einsatzkräften aus fast allen Oberpfälzer Städten und Landkreisen (nur die Stadt Regensburg und der Landkreis Schwandorf beteiligten sich nicht) für das geopferte Wochenende und für ihr Engagement und ihre Sachkenntnis, die sie eingebracht haben. Besonders dankte der den Organisatoren KBM Hans Glötzl und KBR Lebold, sowie dem Landratsamt und den Feuerwehren im Landkreis Miltenberg. Der dortige Landrat Roland Schwing machte diese Übung zur Chefsache und begrüßte die Gäste aus der Oberpfalz persönlich. Die Verpflegungskosten wurden vom Landkreis Miltenberg, dem Kreisfeuerwehrverband Miltenberg und vom Bezirksfeuerwehrverband Oberpfalz übernommen. Die Treibstoffkosten übernahmen die jeweiligen Städte und Landkreise in der Oberpfalz.

Von Seiten der Oberpfälzer waren zur Übungsbeobachtung auch Kräfte der Staatl. Feuerwehrschule Regensburg, sowie der Fachberater der Regierung der Oberpfalz Dipl. Ing. Norbert Koller dabei.

Im nächsten Jahr wollen sich die Hilfskräfte bei einer Großübung im Landkreis Neumarkt wieder treffen, so eine Anregung vor der Rückfahrt der Kräfte an ihre Oberpfälzer Standorte.

 

 

 

 

 

 

 

   
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